Problemkreditbearbeitung

Das Bild der mit der Problemkreditbearbeitung betrauten Organisationseinheiten hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt: So konnten sich diese in Zeiten sinkender Margen und steigender Anforderungen an die Ausfalldatenhaltung häufig weg vom „notwendigen Übel“ hin zu Unternehmensteilen entwickeln, deren Beitrag am Gesamtergebnis der Bank oder Sparkasse durchaus erkannt wird.

Jetzt müssen sich diese Bereiche jedoch einem neuen Problem stellen: der seit einigen Jahren erkennbare, kontinuierliche Abbau des Abwicklungsbestandes. Die sinkenden Fallzahlen verändern nachhaltig die Anforderungen an die dafür notwendigen aufbau- und ablauforganisatorischen Gegebenheiten. Werden daraufhin die Personalressourcen im gleichen Maße angepasst, so können Einheiten entstehen, welche nicht mehr oder nur eingeschränkt vertretungsfähig sind. Erfolgt jedoch weder eine Personalreduzierung noch eine Erweiterung der bestehenden Aufgaben, so besteht die Gefahr einer mangelnden Auslastung.

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach dem In- oder Outsourcing. Beide Varianten sind in die Überlegungen einzubeziehen. So kann bei mangelnder interner Auslastung eine Erweiterung des in Eigenbearbeitung befindlichen Portfolios und somit eine Reduzierung der Inanspruchnahme von Inkassodienstleistungen die Lösung sein. Andererseits macht eine gegenteilige Verfahrensweise Sinn, falls intern für die entsprechenden Fallgruppen keine vertretungsfähigen Einheiten mehr gebildet werden können.

Vor diesem Hintergrund ist es heute mehr denn je unerlässlich, über Zahlen und Daten zu verfügen, welche die Effektivität der internen Maßnahmen widerspiegeln und diese dadurch auch mit externen Leistungen vergleichbar machen. Nur mit diesem Wissen können letztlich fundierte Aussagen hinsichtlich Personalbemessung, Fallbelastung oder Effektivität von alternativen Bearbeitungsansätzen getroffen werden.

Die dafür notwendigen Informationen sind häufig durch die genutzte Software für Sanierungs- und Abwicklungsbearbeitung vorhanden, werden jedoch nicht immer dergestalt aufbereitet und aggregiert, dass daraus aussagekräftige Erkenntnisse abgeleitet werden können. Bei professioneller Nutzung dieser Datenbasis können 2 wichtige Ziele erreicht werden:

  • Personalbemessung erfolgt „faktenbasiert“ statt „verhandlungsbasiert“
  • In-/Outsourcing-Entscheidungen basieren auf belastbaren Zahlen.

"Ein optimiertes Forderungsmanagement steigert den Ertrag!"